Zu dem Übungsszenario gehörte es, Personen aus einem Zug zu retten. „Verletzte“ wurden mit einer Draisine zum Sammelpunkt des Roten Kreuzes transportiert.
von Erhard Drobinski

Großübung bei Godensholt: Die Freiwillige Feuerwehr musste Personen aus einem Regionalzug retten. Bild: Erhard Drobinski
Godensholt - Es war eine Übung, die es in sich hatte: Auf der Bahnstrecke Ocholt – Sedelsberg, so das Szenario, kam es am Sonnabend im Bereich der Bauernschaft Godensholt zu einem Bahnunfall: Ein mit Personen besetzter Regionalzug sei mit einem Güterzug, der zudem Gefahrengut transportierte, zusammengestoßen.
Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Godensholt vor Ort mussten feststellen, dass ihnen zum Teil die technischen Gerätschaften und Ausrüstungen fehlten. Daher wurden von der Leitstelle der Gefahrengutzug und die Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Ammerland angefordert. Insgesamt waren es rund 200 Feuerwehrkameraden, die bei dem Übungsszenario im Einsatz waren.
Waggon aufgeschnitten
Eigentlich hatten die Verantwortlichen um Kreisbrandmeister Johann Westendorf und Thorsten Prüsener, Bereitschaftsführer der Kreisfeuerwehrbereitschaft, für diesen Tag nur einen Gefahrgutunfall geplant. Kurzfristig ergab sich aber die Möglichkeit, einen Zug der DB-Regio einzusetzen. Das Angebot wurde gern genutzt und in die Übung integriert.
Während der Gefahrgutzug sich um den entsprechenden Waggon kümmerte, mussten die Mitglieder der Kreisfeuerwehrbereitschaft, die sich aus Mitgliedern aller Feuerwehren im Landkreis zusammensetzt, um die verletzten und panischen Fahrgäste kümmern.
Zur Rettung wurde ein Waggon seitlich aufgeschnitten und eine Tür aufgehebelt. Da der Zug in unwegsamem Gelände stand, wurden Draisinen eingesetzt, die die Verletzten zu einem Sammelpunkt des DRK-Rettungsdienstes Ammerland transportierten.
Sachliche Einsatzleitung
In Anwesenheit von Landrat Jörg Bensberg, den Gemeindebrandmeistern aus dem Ammerland sowie dem Gefahrgutzugführer des Oldenburger Feuerwehrverbandes, die als Gäste die Übung verfolgten, durften die Einsatzkräfte ihren Ausbildungsstandart demonstrieren.
Sie hätten die anfallenden Aufgaben zur großen Zufriedenheit der feuerwehrtechnischen Leitung erledigt. Einsatzleiter Sönke Bölts setzte die Einsatzkräfte ruhig und sachlich ein.
Ulrich Pietsch von der DB-Regio lobte: „Wie sie es gemacht hatten, sah es sehr gut aus. Und was besonders wichtig ist: Die Rettung verlief relativ schnell.“ Sowohl für die Kreisfeuerwehrbereitschaft als auch für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Godensholt war es das erste Mal, dass sie als Übungsfeld einen Personenzug benutzen durften.