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Die Freiwillige Feuerwehr Elmendorf kann auf eine ereignisreiche, nunmehr über 75jährige Geschichte zurückblicken. Einige Ausschnitte aus dieser Zeit möchten wir Ihnen hier vorstellen.
Das Feuerlöschwesen im Dritten Reich
In ganz Deutschland wurde nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten das gesamte Feuerlöschwesen überarbeitet und neu organisiert. Dies geschah seinerzeit im Hinblick auf die beabsichtigten Ziele der politischen Führung.
Die Wehren wurden in der damaligen Zeit den Ortspolizeiverwaltungen unterstellt und in Feuerlöschpolizei umbenannt. Nach einem Verbandsbefehl (Verbandsbefehl Nr. 1/1936 und Nr.23/1936) bildeten nunmehr die bisherigen Feuerwehren innerhalb eines Ortspolizeibezirks die Feuerlöschpolizei. Mit der Führung dieser Feuerlöschpolizei wurde der Stadt- bzw. Gemeindebrandmeister, der von dem Ortspolizeiverwalter bestätigt wurde, beauftragt und kontrolliert. Den Angehörigen der Feuerlöschpolizei wurde jetzt das Tragen des Hoheitsabzeichens der Polizei gestattet. Der Feuerwehrmann war durch das Tragen des Abzeichens als Angehöriger der Polizeiexekutive äußerlich gekennzeichnet.
Gleichzeitig wurden die örtlichen Feuerwehren über die Sicherheits- und Hilfsdienste hinaus in den Rahmen des Luftschutzes eingegliedert. Die Feuerwehren hatten somit neben der Bekämpfung von Brandgefahren neue Aufgaben erhalten. Auf den Dienstplänen der Wehren rückte das Verhalten des Feuerwehrmannes bei Luftangriffen, Kampfgasbeseitigung, Flugmelde- und Luftschutzwarndienst immer mehr in den Vordergrund.
Der "alte Geist", wie er früher in den Feuerwehren herrschte und im Volksmund so schön mit "Gut Schlauch" bezeichnet wurde, musste aus den Reihen der Mitglieder verschwinden.
Die durchgreifenden politischen Veränderungen haben sicherlich für das Entstehen unserer dörflichen Wehr im Jahre 1933 eine entschiedene Rolle gespielt.
Gründungsjahre und Vorkriegszeit
Am 11. November 1933 entstand aus der Pflichtfeuerwehr unter damaliger Führung von Ortsbrandmeister Hermann Rolfs die Feuerlöschpolizei Elmendorf.
Die Gründungsveranstaltung, die von den Beauftragten für das Feuerlöschwesen, Gemeindevorsteher Joh. Roggemann (Kayhausen) und H. Ruhe (Bad Zwischenahn) einberufen wurde, fand gegen den Protest der Betroffenen nicht im Vereinslokal, Dorfkrug zur Loye in Elmendorf statt, sondern wurde in der Gastwirtschaft Wachtendorf in Helle abgehalten.
Zum Einheitsführer der Elmendorfer Feuerlöschpolizei wählten die Mitglieder den Maurermeister Heinrich Baasen aus Helle. Ihm zur Seite standen die Zugführer Georg Osterloh, Johann Bohemann und Hermann Rohlfs aus Elmendorf. Während der Gründungsveranstaltung soll es nach Aussagen einiger Mitglieder sehr lautstark, wenn nicht sogar turbulent, zugegangen sein.
Die technische Ausrüstung der Feuerlöschpolizei bestand nach wie vor noch aus der alten Handdruckspritze. Die persönliche Ausrüstung der dienstverpflichteten Feuerlöschpolizisten setzte sich aus einer braunen Uniformjacke und einem Koppel zusammen. Bei angeordneten Vorbeimärschen wurde die Ausrüstung noch durch eine rote Hakenkreuzarmbinde ergänzt.
Der Ausbildungsdienst war ganz nach den politischen Verhältnissen ausgerichtet und glich immer mehr einer vollmilitärischen Ausbildung. Allerdings muss man an dieser Stelle sagen, dass dieser "Ausbildungsdienst" von unseren Wehrmännern mehr als notwendiges Übel angesehen und nicht allzu ernst genommen wurde. Die Dienstbeteiligung war aus diesem Grunde meistens auch mehr als dürftig.
Im Jahre 1935 hatte die Feuerlöschpolizei ihren ersten Großeinsatz zu verzeichnen . Das gesamte Anwesen von Karl Reiners war niedergebrannt.
Bereits zwei Monate später hatte die Wehr ihren zweiten Großeinsatz. Im Juli 1935 wurde das Stallgebäude von Hans Hedemann, Helle, ein Raub der Flammen.
Ein weiterer Einsatz erfolgte im Sommer 1938, diesmal brannte das Stallgebäude von Gerhard Jüchter in Meyerhausen.
Im Jahre 1938 gab Hauptmann Heinrich Baasen das Amt des Einheitsführers an Georg Osterloh ab.
Kriegsjahre
Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges brach auch für unsere dörfliche Gemeinschaft eine schwere Zeit an. Alle Männer im wehrdienstfähigen Alter wurden aus dem Schoß der Familie von der Seite der Ehefrau und der Kinder einem ungewissen Schicksal entgegen sehend an die Front geschickt. Die in der Einheit entstandenen Lücken wurden notdürftig mit älteren Männern, die ohne jegliche Ausbildung waren, besetzt.
Ende 1943 erhielt die Elmendorfer Feuerlöschpolizei ihr erstes motorisiertes Fahrzeug. Es handelte sich dabei um ein altes Fahrzeug vom Typ Magirus-Deutz, das lange Jahre in der Zwischenahner Wehr Dienst getan hatte. Das offene, mit Messingarmaturen und Messingbeschlägen versehene Feuerlöschfahrzeug war in einem Nebengebäude auf dem Betriebsgelände des Maurermeisters Heinrich Baasen in Helle untergebracht.
Aus taktischen Überlegungen heraus, der Flugplatz Rostrup wurde immer mehr in das Kampfgeschehen mit einbezogen, erhielt Elmendorf 1944 ein so genanntes "Leichtes Löschgruppenfahrzeug". Bei diesem Fahrzeug handelte es sich um einen Mercedes-Benz der Bauserie 1941/42 mit der Typenbezeichnung 1500 S. Das so genannte LLG mit Tragkraftspritzenanhänger galt damals als Einheitsausrüstung für die Feuerlöschpolizei. Ab 1943 wurde das LLG in LF 8 umbenannt.
Bei schweren Luftangriffen auf Wilhelmshaven, Bremen und Delmenhorst war die Elmendorfer Einheit mit diesem Fahrzeug zusammen mit anderen Ammerländer Feuerwehren zu mehrtägigen gefahrvollen Einsätzen in diese Städte abgeordnet.
Beim Durchzug der Front im April/Mai 1945 beschlagnahmten deutsche Soldaten das Fahrzeug. Teile der weggeworfenen Ausrüstung wie Schläuche usw. fand man später in der Langebrügger Schule und im Garnholter Busch wieder, das Fahrzeug selbst war nicht mehr auffindbar.
Nach dem Zusammenbruch des dritten Reiches fand auch die Arbeit der Elmendorfer Feuerlöschpolizei ein vorläufiges Ende. Die aus dem Krieg zurückgekehrten Wehrmänner hatten im Wirrwarr der ersten Nachkriegswochen und -monate andere Sorgen, als sich um den Wiederaufbau einer neuen Feuerlöschorganisation zu kümmern. Von der gesamten ehemaligen Ausrüstung war den Elmendorfern nur noch die alte Handdruckspritze geblieben.
Wiederaufbau
Nachdem sich das Leben nach dem 2. Weltkrieg wieder etwas normalisiert hatte, wurde von der damaligen Militärregierung über die Gemeindeverwaltungen der Wiederaufbau des Feuerschutzes befohlen.
Im Jahre 1946 wurde bei "Jans Died" eine Versammlung einberufen, die den Zweck hatte, mit den der Wehr noch verbliebenen Geräten den Brandschutz im dörflichen Bereich sicherzustellen. Die Namen etlicher Gründungsmitglieder aus dem Jahre 1933 stehen wieder mit auf der Liste, als der organisierte Brandschutz im Löschbezirk Elmendorf nach dem Krieg neu gegründet wird. Zusammen mit einigen jüngeren Feuerwehrkameraden formiert sie sich innerhalb kürzester Zeit zu einer schlagkräftigen Wehr. Die Leitung übernahm wieder der erfahrene Ortsbrandmeister Georg Osterloh.
Nach dem Kriege waren die Feuerwehren froh über jeden fahrbaren Untersatz, gleichgültig, woher er kam und in welchem Zustand er sich befand. Die Elmendorfer erhielten 1946 über die Gemeindeverwaltung eine gebrauchte TS 8, Fabrikat Meyerhagen, der ehemaligen Arsenalfeuerwehr Wilhelmshaven zugewiesen. Die TS 8 war auf einem noch mit Holzrädern versehenen Anhänger montiert, der im Bedarfsfall von einem Trecker an die Brandstelle transportiert wurde.
Im Frühjahr 1949 erwarb man eine sogenannte "Nissenhütte", die in einem ehemaligen Arbeitsdienstlager in Edewechterdamm als Unterkunft gedient hatte. Die demontierte Nissenhütte wurde auf Anhänger verladen, nach Elmendorf gebracht und dort am 18. April 1949 als "neues Feuerwehrhaus" neben der alten Schule aufgebaut. Das überflüssig gewordene Gerätehaus bei Joh. Arntjen fiel der Spitzhacke zum Opfer.
Übrigens feierten die Feuerwehrmänner mit ihren Angehörigen im Dezember 1949 in bescheidenem Rahmen ihren ersten, heute schon zur Tradition gewordenen Feuerwehrball in der Gaststätte "Jans Died".
Größte Schwierigkeiten und Sorgen bereitete unseren mit viel Idealismus, Tatkraft und Eigeninitiative ans Werk gegangenen Kameraden die Beschaffung eines geeigneten Vorspannwagens für den Tragkraftspritzenanhänger. Erst mit Hilfe einer Ende 1949 im Löschbezirk Elmendorf durchgeführten Geldsammlung, die 1200 DM erbrachte und einem Zuschuss der Oldenburgischen Landesbrandkasse war das finanzielle Fundament für die Beschaffung eines entsprechenden Fahrzeuges sichergestellt.
Bei der Suche nach einem den damaligen Ansprüchen gerecht werdenden Fahrzeug wurden die Kameraden Osterloh, Lüttmann und H. Behrens im Frühjahr 1950 in einem US-Depot in Lemwerder fündig. Am 27. April 1950 erstanden sie dort zum Preis von 1800 DM ein ausgesondertes amerikanisches Militärfahrzeug.
Das Fahrzeug, es handelte sich dabei um einen offenen Jeep, Marke Dodge, mit 6 Zylindern und 92 PS, wurde nach Elmendorf überführt und bei Lüttmanns in Eigenarbeit gründlich überholt. Gleichzeitig baute man ihn auf die Belange eines Feuerwehrfahrzeuges um. Die Lackiererei Klostermann verpasste dem Fahrzeug nach erfolgtem Umbau noch die für alle Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr typische rote Lackierung. Gleichzeitig wechselte man auch die Holzräder des Tragkraftspritzenanhängers gegen eine moderne Gummibereifung aus.
Erwähnenswert ist noch, dass in dieser für unsere Feuerwehr nicht gerade üppigen Zeit das erste Geld zur Anschaffung von notwendigen Ausrüstungsgegenständen durch das Anlegen von Löschteichen verdient wurde. Weiterhin entstand aus einem Gittermast der ehemaligen Flugplatzbefeuerung neben dem Feuerwehrhaus ein provisorischer Schlauchturm.
Hinsichtlich der Unterbringung von Fahrzeug und Gerätschaften gab es immer wieder erhebliche Probleme. Die Nissenhütte wies erhebliche Mängel auf. So musste z.B. im Winter in Ermangelung geeigneter Frostschutzmittelmittel das Kühlwasser abgelassen und in Behältern, die wiederum in einer mit Torfmull ausgefüllte Kiste kamen, gelagert wurden. Ein weiteres Übel waren die Mäuse, die sich immer wieder mit einem gesunden Appetit über die gelagerten Hanfschläuche hermachten.
Die erste Sirene in unserem Bezirk installierte die Wehr am 1. Oktober 1950 auf den Schornstein der Schmiede Lüttmann in Helle. Vorher erfolgte die Alarmierung wie in alter Zeit mit dem Brandhorn.
1950: Die ersten Wettkämpfe
Am 3. September 1951 konnten die Elmendorfer anlässlich eines Wettkampfes im Bad Zwischenahner Strandpark erstmalig wieder vor einem breiten Publikum ihre hohe Einsatzbereitschaft demonstrieren. Vorher hatte man bereits 1950 an Wettkämpfen in Aschhausen und Apen teilgenommen. Aus diesem ersten auf Gemeindeebene abgehaltenen Wettkampf ging die Wehr unter Leitung ihres Gruppenführers Heinrich Behrens als 1. Sieger hervor. Zeitungsberichte wie "Elmendorf hat die schnellste Feuerwehr" (Ammerländer Nachrichten vom 28. Juni 1960) oder "Elmendorfer Feuerwehr wieder am schnellsten" (Ammerländer Nachrichten vom 2. August 1966) sowie zahlreiche Siegerpokale und Urkunden zeugen von der Schlagkraft und Schnelligkeit aber auch vom fairen Kampfgeist unserer Wettkämpfer.
Es ist keine Überheblichkeit, wenn an dieser Stelle gesagt wird, dass die Elmendorfer Feuerwehr bei den Wettkämpfen, ganz gleich, ob auf Gemeinde-, Kreis- oder Bezirksebene, als gefürchteter Gegner gilt.
Da eine ausführliche Beschreibung aller Wettkämpfe, an denen die Wehr teilgenommen hat, über den Rahmen einer Chronik hinaus gehen würde, können genauere Angaben bei uns erfragt werden.
Der als "Benzinfresser" in die Elmendorfer Feuerwehrgeschichte eingegangene Jeep (Verbrauch ca. 1 Liter pro Kilometer) erhielt erst 1953 auf Gemeindekosten eine schützende Wagenplane; vorher waren die Mitfahrer nur notdürftig durch eine alte Dreschmaschinenplane gegen Witterungseinflüsse geschützt.
1962: Neue Fahrzeuge
Im Frühjahr 1962 erhielt die Einheit eine fabrikneue vollautomatische TS des Fabrikates Rosenbauer und am 1. Juni 1962 als Ersatz für den ausgedienten Jeep ein modernes Tragkraftspritzenfahrzeug Marke Ford, Typ FK 1250, sowie ein Vorauslöschfahrzeug des ZBS, Typ Unimog, unter anderem ausgerüstet mit einer Seilwinde und modernen Atemschutzgeräten. Der alte Jeep ging am 3. Juni 1962 an die Einheit Kayhauserfeld.
1964: Bau des neuen Feuerwehrhauses
Durch die Stationierung von zwei Einsatzfahrzeugen herrschte in der Nissenhütte, sprich "Feuerwehrhaus", drangvolle Enge. Der Bau eines neuen Gerätehauses war unumgänglich. Nach schwierigen Verhandlungen stimmte der Rat der Gemeinde Bad Zwischenahn schließlich dem Neubau eines Gerätehauses zu. Ein geeigneter Bauplatz an der Straße "Hesterhoff" erwarb die Gemeinde von den Grundstückseigentümern Gastwirt Diedrich zur Loye und Landwirt Gerhard Wempen. Bereits am 12. Juni 1964 erfolgte vor der angetretenen Einheit die Grundsteinlegung durch den 1. stellvertretenen Bürgermeister der Gemeinde Bad Zwischenahn Heinrich Wulff.
Die feierliche Übergabe des neuen Feuerwehrhauses nahm am 11. September 1964 der 2. stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Bad Zwischenahn Diedrich Osmers vor. Im Anschluss an die offiziellen Einweihungsfeierlichkeiten trafen sich alle am Bau beteiligten Helfer, Firmen und Nachbarn zu einem gemütlichen Beisammensein in der Gastwirtschaft zu Loye.
1967: Bau der Feuerwehrtechnischen Zentrale
Durch den Bau der Feuerwehrtechnischen Zentrale des Landkreises Ammerland im Jahre 1967 erweiterte sich der Aufgabenbereich der Freiwilligen Feuerwehr Elmendorf in erheblichem Umfang. Die Einrichtung einer solchen Zentrale im geographischen Mittelpunkt der Ammerlandes war erforderlich geworden, weil neben der ursprünglichen Hilfeleistung bei der Brandbekämpfung immer mehr die technische Hilfeleistung bei Unglücksfällen aller Art in den Vordergrund trat. Die Mitgliederzahl war zwischenzeitlich auf 35 aktive Feuerwehrmänner angestiegen.
Am 15. Juni 1969 wurde dem Ortsbrandmeister Willi Lohmüller anlässlich des Kreisfeuerwehrtages in Rastede das Feuerwehrverdienstkreuz 2. Klasse verliehen.
Am 6. Dezember 1974 wurde das alte Vorauslöschfahrzeug durch ein modernes LF 8, Typ Mercedes-Benz, ersetzt. Den Unimog erhielt die Einheit Loy.
1980: Führungswechsel
Nach 18jähriger Dienstzeit gab der erfahrene Ortsbrandmeister Willi Lohmüller am 8. Februar 1980 das Kommando aus Altersgründen an seinen jüngeren Kameraden Johann Haaken ab. Aufgrund seiner Verdienste wurde Willi Lohmüller mit dem Titel "Ehrenbrandmeister" der Elmendorfer Einheit geehrt.
Mit 55 Aktiven und 5 Mitgliedern der Altersabteilung ging die Freiwillige Feuerwehr Elmendorf im Jahr 1983 unter der Leitung ihres damaligen Ortsbrandmeisters Johann Haaken in das zweite Jahrhundert ihres Bestehens und Wirkens.
Hinweis: Diese Chronik endet etwas abrupt im Jahr 1983. Wir bemühen uns, die folgenden Jahren möglichst schnell hier zu ergänzen.
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